Immer mehr sächsische Rentner immer stärker verschuldet – Schuldenvolumen wuchs um mehr als 20.000 Euro

KleingeldDie Antwort auf ihre Kleine Anfrage „Verschuldung von Rentnern in Sachsen in den Jahren 2015 und 2016“ (Drucksache 6/9175) kommentiert die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Susanne Schaper:
Immer mehr Rentnerinnen und Rentner suchen die sächsischen Schuldnerberatungsstellen auf. Vor allem jedoch wächst ihr durchschnittliches Verschuldungsvolumen deutlich. 2014 hatten 1.308 Rentnerinnen und Rentner Schulden in Höhe von durchschnittlich 37.356 Euro angehäuft (Drucksache 6/1861). 2015 waren 1.418 Ruheständlerinnen und Ruheständler überschuldet, ihr  durchschnittliches Verschuldungsvolumen lag in allen Altersgruppen deutlich über dem Vorjahresniveau. In der Altersgruppe 55-65 Jahre betrug es 53.840 Euro, bei den 65-70-Jährigen 55.436 Euro, bei den Über-70-Jährigen sogar 63.026 Euro. Insgesamt erhöhte sich das Verschuldungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um fast 20.000 Euro auf 55.472 Euro. Diese Daten beruhen auf freiwilligen Angaben der Betroffenen, die Dunkelziffer dürfte also höher sein.

Wer er es sich leicht machen will, könnte zynisch behaupten, das Verschuldungsproblem beruhe schlicht darauf, dass die Betroffenen nicht mit Geld umgehen könnten. Die Zahlen legen aber vielmehr nahe, dass es vielfältige Ursachen hat – darunter das sinkende Rentenniveau und die abnehmende Höhe der Zahlbeträge bei den Rentenzugängen. Auch deshalb muss sich die Staatsregierung auf der Bundesebene für ein höheres Rentenniveau und eine schnellere Angleichung des Rentenwerts Ost an das Westniveau einsetzen.
Die Sprecherin für Verbraucherschutz, Janina Pfau, ergänzt:
Liegt die Rente deutlich unter dem Niveau der letzten Lohnzahlungen, sinkt bei gleichbleibenden Verbindlichkeiten die Höhe des verfügbaren Einkommens. Die Betroffenen müssen sich deutlich einschränken, um nicht in die Schuldenfalle zu geraten. Das scheint immer mehr Menschen schwer zu fallen. Deshalb sollte die Landesregierung mittels entsprechender Haushaltsentscheidungen dafür sorgen, dass die Verbraucherschutzzentralen und Schuldner-beratungsstellen mehr präventive Schuldnerberatungen anbieten können, um finanzielle Schieflagen von vornherein zu verhindern.