Archiv der Kategorie: Gesundheitspolitik

Eine Krankenversicherung für alle! Wie geht das?

Sachsens Linksfraktion lädt zum öffentlichen Fachgespräch in Zwickau

3 leere Krankenhausbetten mit weißen Laken - im Hintergrund dre hellbraune Schränke

Symbolbild: pixelio.de/by-sassi

Die Einführung einer Krankenversicherung für alle (sog. »Bürger*innenversicherung«) gehört zu den wichtigsten Anliegen eines Politikwechsels aus linker Sicht. Die Fraktion DIE LINKE setzt sich für die Einführung einer »Solidarischen Krankheits- und Pflegeversicherung« ein. Kernelemente dieser neuen Versicherung sind die Aufnahme aller Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von ihrem beruflichen oder finanziellen Status, und eine gerechte Bemessung der zu zahlenden Beiträge nach der finanziellen Leistungsfähigkeit. Weiterlesen

Prävention: Gesundheitsdienst und Sozialarbeit stärken

Schaper/Pfau: Öffentlichen Gesundheitsdienst, Schulsozialarbeit stärken – Prävention in Sachsen zum Erfolgsmodell machen!

Zum Antrag der Linksfraktion „Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention in Sachsen“ (Parlaments-Drucksache 6/6576) erklärt Susanne Schaper, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag:

Der öffentliche Gesundheitsdienst in Sachsen führt jährlich über 35.000 Schuleingangs- sowie Kindervorsorgeuntersuchungen durch, hinzu kommen Untersuchungen zur Kinder- und Jugendzahnpflege, es werden Menschen geimpft und zahlreiche weitere Aufgaben erfüllt. Weiterlesen

Schaper: Kreise nehmen kommunale Krankenhäuser aus – trotz Investitionsstau und Fördermittelbedarf der Kliniken

3 leere Krankenhausbetten mit weißen Laken - im Hintergrund dre hellbraune Schränke

Symbolbild: pixelio.de/by-sassi

Zu den Antworten der Staatsregierung auf die Kleinen Anfragen „Finanzbeziehungen zwischen kommunalen Krankenhäusern und Landkreisen“ (Parlamentsdrucksache 6/9407, mit Verweis darin auf Landtags-Drucksache 6/5795) und „Finanzbeziehungen zwischen dem Klinikum Obergöltzsch Rodewisch und dem Vogtlandkreis (Drucksache 6/9408) erklärt die Fragestellerin und gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag Susanne Schaper: Weiterlesen

Ausstellung Hinter verschlossenen Türen – Einblicke zur Häuslichen Gewalt

AusstellungJede vierte Frau in der Bundesrepublik ist oder war von häuslicher Gewalt betroffen. Dieses erschreckende Ausmaß offenbarte eine Studie des Bundesfamilienministeriums.
In jeder 5. Paarbeziehung wird Gewalt angewendet. Häusliche Gewalt kommt in allen Schichten vor, Bildungshintergrund, Religionszugehörigkeit, Alter oder Einkommen spielen keine Rolle. Weiterlesen

Auch Geflüchtete verdienen gute medizinische Versorgung – Selektion wäre inakzeptabel!

Wie die Morgenpost am 25.11.2015 berichtet, soll Dr. Thomas Schädlich, Arzt und Kreisrat im Vogtlandkreis (AfD), bei einer Gemeinderatssitzung mit Ellefelder Bürgerinnen und Bürgern geäußert haben, dass er in seiner Praxis keine Flüchtlinge behandeln werde. Unter anderem wird er dort mit den Äußerungen „Wenn ich Ausländer behandeln wollte, wäre ich zu Ärzte ohne Grenzen gegangen“ und „Die Türen und Fenster meiner Praxis sind für Asylanten zu“ zitiert.

Dies kommentiert die vogtländische Landtagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE, Janina Pfau: Weiterlesen

Gesundheit ist keine Ware! Politische Kunstaktion: „KRANKES_SYSTEM“

Gesundheit ist keine Ware

Die Dresdner Aktionskünstlerin Eva Olivin entwickelte im Auftrag der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag zum Thema „Gesundheit ist keine Ware“ eine Kunstinstallation, die im Rahmen einer Tour in Sachsen präsentiert wird.

„Ohne Behandlung wird dem Gesundheitssystem eine sehr schlechte Prognose gestellt – weist es doch der körperlichen und geistigen Gesundheit zunehmend Warencharakter zu, bevorzugt unter den Kranken und Hilfebedürftigen die zahlungskräftige Kundschaft und vergisst zunehmend, dass jedem Patienten ein Mensch innewohnt, dessen Gesundheit gefördert und erhalten werden sollte. Uneingeschränkt.“

Was von weitem noch wie ein Rudel gewöhnlicher Krankenhausbetten wirkt, die sich in den öffentlichen Raum verirrt haben, gibt sich bei näherem Hinschauen als seltsame Symbiose zu erkennen. Aus den Metallgestellen der Betten erwachsen Zahlautomaten. Die Tarife für eine Liegedauer im Stundentakt sind horrend. Einem Kuriositätenkabinett gleich reiht sich ein gebührenpflichtiges freies Bett neben dem anderen auf. Wer den Blick schweifen lässt, entdeckt unweit an Bäumen, Laternen oder ähnlichem hängende Stethoskope, deren Doppelköpfe in Krankenakten münden. Als Diagnosewerkzeuge richten sie ihr Gehör hierbei nicht auf den Gesundheitszustand menschlicher Patienten, sondern examinieren verschiedene Bereiche des Gesundheitssystems selbst. Rettungsdienst, Pflege, Kliniken, Krankenversicherungen, Arzneimittel – nahezu alle Organe des Systems weisen Symptome schwerer Erkrankungen auf. Die Krankenakten spiegeln lokale Ereignisse und Notstände.

Passant*innen haben die Möglichkeit, ihren persönlichen Befund und ihre Erfahrungen mit dem Gesundheits- und Pflegesystem eine Krankenakte mit eigenen Angaben anzulegen.

Tourplan

10.6.2014, ab 13 Uhr
Torgau, Schlosstraße
u.a. mit MdB Susanna Karawanskij und Kommunalabgeordneten aus der Region

11.6.2014, ab 11 Uhr
Bautzen, Kornmarkt
u.a. mit MdB Caren Lay und Kommunalabgeordneten aus der Region

12.6.2014, 11 Uhr bis 13 Uhr
Weißwasser, Bahnhofsvorplatz
u.a. mit MdB Caren Lay und Kommunalabgeordneten aus der Region

12.6.2014, 14:00 Uhr bis ca. 16:30 Uhr
Görlitz, Marienplatz
u.a. mit MdB Caren Lay und Kommunalabgeordneten aus der Region

13.6.2014, 14 Uhr bis 16:30 Uhr
Dresden, Dr. Külz-Ring/ Altmarkgalerie
u.a. mit MdB Katja Kipping, MdB Dietmar Bartsch, MdL Sachsen Rico Gebhardt, MdL Brandenburg Margitta Mächtig, MdL Sachsen-Anhalt Wulf Gallert

16.6.2104, 11 Uhr bis ca. 13:30 Uhr
Pirna, Marktplatz
u.a. mit MdB Dr. André Hahn und Kommunalabgeordneten aus der Region

16.6.2014, ab 15 Uhr
Meißen, Alberechtplatz
u.a. mit MdB André Hahn und Kommunalabgeordneten aus der Region

18.6.2014, 10 Uhr bis ca. 13 Uhr
Rochlitz, Markt
u.a. mit MdB Jörn Wunderlich und Kommunalabgeordneten aus der Region

19.6.2104, 10 Uhr bis ca. 12:30 Uhr
Zwickau, Hauptmarkt
u.a. mit MdB Jörn Wunderlich, MdB Sabine Zimmermann und Kommunalabgeordneten aus der Region

19.6.2014, ab 14:30 Uhr bis ca. 17 Uhr
Plauen, Theaterplatz u.a. mit MdB Jörn Wunderlich und Kommunalabgeordneten aus der Region

20.6.2014, 10 Uhr bis ca. 13 Uhr
Borna, Marktplatz
u.a. mit MdB Dr. Axel Troost und Kommunalabgeordneten aus der Region

11.7.2014, Leipzig
u.a. mit MdB Dr. Axel Troost, MdB Susanna Karawanskij und Kommunalabgeordneten aus der Region

Sind unsere Krankenhäuser selbst ein Pflegefall?

Dass wir nicht genug Pflegekräfte haben ist nicht erst seit heute bekannt. In den letzten Jahren kam es zu einer enormen Arbeitsverdichtung für Pflegekräfte in Krankenhäusern.

Im Vergleich zu anderen Ländern, steht Deutschland nicht gut da: So betreut eine Pflegekraftbei uns im Durchschnitt 21 Patientinnen oder Patienten, in Dänemark zehn, in Norwegen neun und in den USA acht.


Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Patientinnen und Patientenvon 2003 bis 2011 von 17,30 Millionen auf 18,34 Millionen gestiegen, während die Zahl der Pflegekräfte (Vollzeitäquivalente) von 2003 bis 2011 von 320 158 auf 310 817 zurück- gegangen ist. Dazu kommt, dass durch den medizinischen Fortschritt und die damit häufig verbundene sinkende Verweildauer der Patienten in den Krankenhäusern der Pflegeaufwand intensiver wird.


Da jeder Behandlungsfall durch eine Vergütungspauschale abgerechnet wird, lastet auf den Krankenhäusern der Druck, möglichst viele Behandlungsfälle vorzuweisen. Da aber qualifizierte Pflege nicht gesondert vergütet wird, versuchen Krankenhäuser oft, im Pflegebereich zu sparen. Leider existiert keine bundesgesetzliche Regelung, die die Anzahl der Pflegekräfte – etwa in Relation zu den Betten- und/oder Patienten-zahlen – für Krankenhäuser einheitlich und verbindlich festlegt.

Pflegekräfte und Gewerkschaftsvertreter berichten immer öfter von unhaltbaren Zuständen auf den Stationen, häufig arbeitet z.B. im Nachtdienst nur eine einzige Pflegekraft auf einer Station. Für ein Gespräch mit den Patientinnen und Patienten ist generell keine Zeit mehr. Wenn dann noch eine Pflegekraft krankheitsbedingt ausfällt, heißt dies für die anderen Pflegekräfte: Überstunden machen.

Leiharbeit ist hier kein Mittel zur Verbesserung, vielmehr ist eine verbindliche aus dem medizinischen Bedarf abgeleitete Personalbemessung in den Krankenhäusern, aber auch in Pflegeheimen, unverzichtbar.


DIE LINKE fordert deshalb eine bedarfsgerechte und solide Finanzierung vonKrankenhäusern, Bund und Länder müssen dafür unbedingt ausreichend Mittel bereitstellen.

Eine andere Drogenpolitik wird im Vogtland diskutiert

Einen kleinen Teil des Dialoges für Sachen wird die Drogenpolitik einnehmen. Dazu stellte der Landesverband die Sucht- und drogenpolitischen Leitlinien zur Diskussion. Im Gegensatz zu beispielsweise den Bildungs- oder Kommunalpolitischen Leitlinien, haben nur wenige Mitglieder aber auch Bürger schon Erfahrungen im Umgang damit gemacht. Durch die Unwissenheit, aber auch durch falsche Darstellungen ist das Drogenthema ein sehr wichtiges sowie aber auch sensibles Thema.

Um gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern über diese Leitlinien zu diskutieren, luden am 29. Oktober die Linksjugend Vogtland und die Sozialistische Linke Vogtland zu einer Diskussionsrunde ein. Als fachkundigen Diskussionspartner konnten wir René Jalaß begrüßen. Er hat an der Erarbeitung der Leitlinien mitgewirkt. Eine Vertreterin aus dem Jungendparlament brachte uns ihre Erfahrungen aus dem Vogtland näher. Auch hatte sich ein diskussionsfreudiges Publikum versammelt.

Kritisiert wurde vor allem die bisherige willkürliche Einteilung in legale und illegale Drogen. Das Argument, dass „legale Drogen“ nicht so gefährlich wären, wie „illegale Drogen“ ist falsch. Alle Süchte sind schädlich. Die gesundheitlichen Probleme entstehen bei den KonsumiererInnen von illegalen Drogen vor allem durch die Umstände, wie sie Drogen konsumieren müssen, da sie kriminalisiert werden. Aber auch durch fehlende Qualitätskontrollen.

Klar war allen TeilnehmerInnen, dass es Drogen schon immer in der Geschichte der Menschen gegeben hat und dass wir Drogen nicht so einfach verschwinden lassen können. Es wurden verschiedene Vorschläge gemacht, wie die Drogenpolitik verändert werden könnte. Beispielsweise wurde vorgeschlagen, dass Drogen in Zukunft vom Staat verkauft werden sollen, damit wäre die Qualität gewährleistest und die medizinische und psychologische Betreuung, aber auch der jetzige kriminelle Drogenmarkt nicht mehr rentabel. Ein Teilnehmer meinte, der Staat würde damit aber auf Kosten der Abhängigen, Gewinn machen. Das Gegenargument dazu war, dass die Süchtigen ihre Drogen so oder so kaufen, wenn sie aber vom Staat verkauft werden, würden diese nicht verunreinigt sein, es würde eine kontrollierte Abgabe erfolgen und das eingenommene Geld muss dann in Projekte der Suchtberatung, Hilfsangebote und Präventionsangebote fließen.

Kritisiert wurde auch die fehlenden Stellen und Gelder im Bereich der Prävention, sowie die langfristige Sicherung der sächsischen Suchtberatungs- und -behandlungsstellen. Kinder und Jugendliche müssen schon früh über Drogen aufgeklärt werden, dabei reicht es nicht einen Polizeibeamten mit dem Drogenkoffer in die Schulen zu schicken.